Mein wundervolles Weihnachtsfest

 

Ein Ausmalbuch für Erwachsene. Herrliche Weihnachtsbilder laden zum entspannten ausmalen ein. Zuckerzeug, Weihnachtsbaum und Schneekugel. Kleinteilige weihnachtliche Bilder, die viel Zeit verlangen und dem Ausmalenden zur Entspannung verhelfen. Die Seiten kann man aus dem Buch trennen, denn sie sind perforiert. Die Rückseiten haben ein zartes Muster mit Weihnachtsmotiven. So kann man sie als Geschenkpapier benutzen oder das Bild verschenken. Ausmalwütige könnten sich an diesen Rückseiten auch noch vergnügen. Die Blätter sind dick genug, dass auch Filzstifte nicht durchdrücken.

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Ich habe seit Kindertagen nicht mehr ausgemalt. Damals mochte ich schon keine Filzer, die waren mir zu kräftig. Nachdem ich mir neue Buntstifte besorgt habe, suchte ich mir ein Motiv aus und fing einfach an. Die Minuten glitten leise und schnell vorbei, aber das Bild war noch lange nicht ausgemalt. Um ehrlich zu sein, wollte ich auch gar nicht, dass das Bild so schnell fertig war. Ausmalen macht tatsächlich Spaß! Mit Buntstiften kann man ganz wunderbare Farbübergänge produzieren. Dafür sind Filzer eben sehr klar und kräftig. Wenn man ein Bild fertig gemacht hat, kann man es über die Sozialen Netzwerke teilen oder sich Anregungen von anderen Ausmalern holen. Dazu gibt einfach #JohannasChristmas in die Suchmaschine und schon sieht man echte Kunstwerke.

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Johanna Basford hat schon einige Ausmalbücher kreiert. Auch mein “Phantastischer Ozean” und der “Geheimnisvolle Dschungel” sind Bücher, die schon beim Durchblättern, freude machen. Also zückt die Buntstifte, Filzer oder was auch immer ihr möchtet. Schalte bei einer Runde ausmalen, einfach mal ab. Ich kann es nur empfehlen.

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Fischer Verlag

Paperback

ISBN: 978-3-596-29731-3

Lebensgeister

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Manchmal habe ich das Gefühl, Bücher suchen sich ihre Leser selber aus. “Lebensgeister” kommt mir zu einer passenden Zeit in die Hände,…

Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten, versucht Sayoko wieder in ein normales Leben zurück zu finden. All ihre Pläne sind dahin, ein schönes Leben zu führen. Sayoko blickte kurzfristig in die Welt der Toten, traf ihren Großvater, der sie aber in die reale Welt zurück schickte. Seitdem ist alles anders. Die junge Japanerin kann Geister sehen. Was sie allerdings nicht verschreckt, sondern eher dazu bringt, sich mit dem Leben, der Liebe und den Beziehungen, auseinander zu setzen.

“Es gibt viele Menschen, die sich nach einer radikalen Änderung sehnen, aber nur wenige, die ihr wahres Wesen begreifen.” Seite 86

Banana Yoshimoto schreibt locker vom Tod und den Erfahrungen, die ihre Hauptdarstellerin Sayoko durchleben muss. Mit leichter Feder beschreibt die Autorin das Trauma der Protagonistin und wie sie damit umgeht. Die Gefühle ihrer Hauptfigur sind teilweise so schön beschrieben, dass man immer wieder tief durchatmen muss und einfach nur genießt. Das gesamte Buch strotzt vor Lebensweisheiten und wunderschönen Beschreibungen. Die 160 Seiten sind eine wahre Wonne. Auch wenn es sich um ein schwieriges Thema, wie den Tod und das Leben, für die Zurückgebliebenen handelt, liest es sich sehr schnell und unterhaltsam. Banana Yoshimoto, die eigentlich Mahoko mit Vornamen heißt, zaubert mit ihren Worten lächelnde Gedanken.

“Wenn du zu weit nach vorne schaust, stolperst du. Verweile lieber im Moment, und gehe Schritt für Schritt deinen Weg.” Seite 111

Was mir auch sehr gefallen hat, sind die Fußnoten des Übersetzer. Banana Yoshimoto, benutzt häufig japanische Begriffe, die wir Europäer nicht kennen (können). Thomas Eggenberg, scheint mir ohnehin ein passender Übersetzer, für dieses Buch.

geschrieben von Banana Yoshimoto wp-1478004454151.jpeg
im Diogenes Verlag erschienen
Paperback
160 Seiten
erschienen am 28. September 2016
ISBN 978-3-257-30042-0

Hool

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Heiko Kolbe hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren ist und Eine, die er sich ausgesucht hat. Wo er sich wohl fühlt und glaubt er gehöre dorthin, ist eine Gruppe von Männer, die sich nur um Fußball kümmert. Genauer gesagt, um Hannover 96. Sie treffen sich nach den Spielen auf einer Wiese und hauen sich gegenseitig auf’s Maul. Heiko hofft schon seit längerer Zeit, Anführer dieser Gruppe zu werden, aber sein Onkel Axel, der den Haufen in der Hand hat, gibt das Zepter nicht ab.
Heikos echte Familie steckt in verschiedenen Miseren. Der Vater Alkoholiker (Heiko kann ihm längst das Wasser reichen!), wird von Heikos Schwester zum Entzug in eine Rehaklinik gesteckt. Die Stiefmutter, Heikos richtige Mutter ist verschwunden, stammt aus Thailand und ist nicht in der Familie willkommen. Manuela, die Schwester, ist unglücklich, weil sie andere funktionierende Familien um sich hat und weiß, dass ihre so nie sein wird.

Das Gefühlsleben des jungen Mannes kommt hervorragend rüber und die brutalen Szenen sind erstklassig beschrieben. Man hat das Gefühl, mittendrin zu stehen. (nicht, dass das mein Wunsch wäre!) Der Text ist einfach und schnell zu lesen. Die Story hat Hand und Fuß. Mich hat eher diese plumpe Clique verschreckt. Die nur auf Schläge aus ist. Die aber ebenfalls voller Komplexe steckt, sich dem echten Leben nicht stellt und dumpf vor sich hin stapft. Verrückte Typen sind dabei vertreten, wie Armin, der Tiere sammelt, wie Tiger und Bartgeier.

„…Sie bereitete Kaffee und Kuchen vor. Das war sone feste Tradition im Hause Seidel. Irgendwie auch schön, schätze ich. Hab das ja nie so wirklich gekannt. Also von mir zu Haus. Andererseits erschien mir das auch ziemlich nervig. Das man sich um Punkt halb vier nachmittags immer am Küchentisch einfinden musste. Ob man nu Bock auf Kaffee und Kuchen hatte oder nicht. Das galt auch für uns als Hausgäste. Wurde einfach so auf uns übertragen, die Regel. Außer mir schien das aber niemandem komisch vorzukommen…“ (Seite 135)

Auf den ersten Seiten des Buches konnte ich nicht sagen, ob mich das Buch in seinen Bann gezogen hätte. Fußball ist für mich ein Sport, der mich meistens nur zu den Weltmeisterschaften interessiert. Dass es Hooligans gibt, weiß ich. Was die allerdings antreibt, ist mir ein Rätsel. Was auch durch diesen Roman nicht besser geworden ist. Etwa ab der Mitte des Buches, war ich allerdings tatsächlich gefangen und las mich an einem Nachmittag durch den gesamten Roman. Die Schreibweise von Phillip Winkler erinnerte mich ein bisschen an Sven Regeners “Herrn Lehmann”. Der Roman mutet ab und an auch witzig an, lässt mich aber auch nachdenklich zurück. Welche Wut den jungen Mann antreibt, solche brutalen Ausbrüche zu veranstalten?

Mein Fazit: wenn man sich mit der Schnoddersprache der Hauptdarsteller angefreundet hat und sich über die ersten Seiten hinein gelesen hat, ein sehr unterhaltsamer Roman.
Philipp Winkler hat selber aus seinem Buch vorgelesen. Er wählte hierfür nicht die rauen, brutalen Scenen, sondern eine Nachdenkliche. Eine Stelle, die für Heiko steht. Phillip Winkler wirkt so, als wüsste er wovon er schreibt. Als wäre ihm, die Holliganscene nicht unbekannt.

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„Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis und 2015 für Auszüge aus Hool den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz. „HOOL“ ist sein Debütroman.“ (Autorenprofil vom Aufbau Verlag)

Erstausgabe:19.09.2016
Verlag : Aufbau Verlag
ISBN: 9783351036454
Fester Einband 310 Seiten

Hier können sie im Kreis gehen

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Demenz, ist ein schwieriges Thema. Keiner will sie haben, hat einigermaßen Respekt vor dem Vergessen und sie wird oft totgeschwiegen. Dabei ist es für den alten Menschen fast eine Erlösung, sich in den “Unverstand” zurückziehen zu können. Zumindest für den Schweizer Herr Kehr, der sich vor seiner Familie in ein Pflegeheim für Demenzkranke flüchtet. Er will sich nicht von seiner Familie pflegen lassen,  so baut er vor und täuscht eine Demenz vor. Seine 91 Lebensjahre waren so spannend genug, dass er eine Menge zu erzählen hat. Aber er redet nicht mehr, das gehört zu seinem Theater, das er allen vorspielt. Herr Kehr beobachtet verständnisvoll seine Mitinsassen, genießt sogar die “Verrücktheiten” der Mitbewohner und lernt noch von ihnen. Den einzigen Ohren, denen Herr Kehr noch etwas mitzuteilen hat, sind die der Katze, die sich ab und zu, zu dem alten Herren in das Einzelzimmer verläuft. Und dann ist da noch die Enkelin Sophie, die der alte Mann zwar sehr liebt, die ihn auch oft besucht, aber auch darunter leidet, dass der Großvater so anders ist. Dann muss sich der Schweizer Herr Kehr sehr zusammen nehmen, damit seine Tarnung nicht auffliegt.

 

“Das Frühstück ist die Zeit zwischen dem Nichts und dem Nichts. Auf dieses Zweite Nichts folgt das Mittagessen, gefolgt von dem nichts bis zum Abendessen. Und danach das mächtigste Nichts, das bis zum Frühstück dauert” Seite 19

 

Frédéric Zwicker hat als Zivi in einem Altenheim in der Schweiz gearbeitet. Eine Nebenfigur, die in dem Buch vorkommt, könnte seine Rolle sein. Er hatte Einblicke in das verwirrende Leben der “Übriggeliebenen”. Ohne Schnörkel beschreibt er das Leben zwischen den Bewohnern, Angehörigen und dem Pflegepersonal. Gemein sind sie untereinander, die Alten und verständnislos, nehmen sich gegenseitig das Beste weg und beschimpfen sich. Die Angehörigen sind hilflos und überfordert. Das Personal gelassen und ausgleichend, bzw.manchmal auch ignorierend.

“Verschlissenes Menschenmaterial, das seiner Entsorgung harrt. Und dann sind da noch die Pflegerinnen auf Nachtschicht, die mit müden Blicken über die Müllhalde wachen.” Seite 55

 

Ich fand, dieses Buch bietet einen tollen Einblick in das Pflegeheim und in das Leben des Herrn Kehr. Die Mitspieler waren gut gezeichnet. Der Text knapp gehalten und die Kapitel so kurz, wie die Episoden aus dem Leben der Alten. Ständig wechselt die Erzählperspektive, was anfangs schon etwas verwirrend sein kann. Manch einem könnten auch die Beschreibungen des Herrn Kehr auf den Magen schlagen. Aber so und nicht anders, sieht es in solchen Heimen aus, verhalten sich die Bewohner und spielt das Leben. Ich musste oftmals schmunzeln und manchmal haben mich die Gedanken des alten Herren traurig und nachdenklich gemacht. Zum Verständnis für die Dementen mag dieses Buch bestimmt einen Teil beitragen. Mir hat der Schreibstil des Autors sehr gefallen und ich kann dieses Buch nur empfehlen.

 

“Früher konnte man noch rechtzeitig sterben. Irgendwann hat man das verlernt. Man hatte keine Zeit mehr für den Tod, weil man noch Direktor, Millionärin oder vierfacher Ehemann werden wollte. Man hat angefangen, sich selbst so wichtig zu nehmen, das man vergessen hat, nur das zu bedeuten, was man jenen bedeutet, die einem was bedeuten…” Seite 90

Roman von Frédéric Zwicker

160 Seiten
Nagel & Kimche
ISBN 978-3-312-00999-2
ePUB-Format
ISBN 978-3-312-01010-3

Frédéric Zwicker im Video

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